New Jersey: PokerStars und Full Tilt wieder in den USA

By | 3. Oktober 2015

Sehr gute Nachrichten für die Poker-Gemeinschaft in den USA bzw. dem Bundesstaat New Jersey. Der Marktführer PokerStars hat eine Lizenz erhalten, ebenso Full Tilt. Damit hat Amaya Gaming, der Besitzer beider Pokerräume, endlich den großen Schritt geschafft.

Back in the U.S.A.

Somit erhalten zwei Schwergewichte den erneuten Zutritt zum Markt. Am Black Friday geriet Full Tilt in die Schusslinie und muss nun sein Image erneut aufbauen. Für PokerStars geht es irgendwo dort weiter, wo man zuletzt den Markt verlassen hatte. Die Gerüchte welche Mitte September aufgekommen waren, sind nun wahr. Amaya hat sich eine Lizenz geholt und darf damit seine Produkte von PokerStars und Full Tilt online anbieten. Nach einigen Tagen des Bangens kam nun die offizielle Pressemitteilung heraus:

„Wir sind sehr erfreut, New Jersey zu unserer Liste von regulierten Märkten, die PokerStars und Full Tilt adäquat finden, um Echtgeld Onlinespiel anzubieten“.

Mit der Lizenz soll nicht nur Online Poker zurückkehren, sondern auch das inzwischen etablierte Online Casino von Stars. Über etwaige Sportwetten-Angebote ist zu diesem Zeitpunkt noch nichts bekannt. Interessant wird es nun auch für die bereits bestehenden Lizenznehmer WSOP.com, PartyPoker, 888poker usw. PokerStars hat seinen guten Ruf über die Jahre behalten, doch New Jersey für sich genommen ist auch nur ein relativ kleiner Markt, der vielleicht schon genug Pokeranbieter hat. (siehe Entwicklung der Traffic-Zahlen)

Eine Frage die im Netz sofort gestellt wurde, bezog sich auf die Spielerpools. PokerStars und Full Tilt müssen sich an geltende Gesetze halten und somit werden die Spieler aus diesem Bundesstaat vorerst nicht mit dem internationalen Pool zusammengelegt.

PokerStars und Full Tilt in den USA

Ein langer, steiniger Weg

Die beiden Pokerräume kämpfen schon seit Jahren endlich wieder in den USA ihre Produkte anbeten zu dürfen. Jedoch bekamen ihre weißen Westen mit der Zeit einige Flecken und diese wurden nicht so schnell vergessen. Erst durch die Übernahme von Amaya Gaming bestanden wieder Chancen auf die Rückkehr.

Isai Scheinberg hatte es zuvor auch schon versucht und wollte das Atlantic Club Casino mit PokerStars kaufen. Senator Ray Lessniak hat dies damals sehr begrüßt, doch seitens der Casino-Lobby gab es heftigen Gegenwind. Am Ende konnte man sich nicht einigen und schloss aufgrund des starken Widerstands keinen Deal ab. Das Aus für den Atlantic Club. Wenig später, Mitte 2013, unterzeichnete PokerStars dann mit dem Resorts Casino Hotel einen Vertrag. Bei der ersten Runde von neuen Lizenzen bekam der Anbieter jedoch keine und musste weiterhin warten. Die New Jersey Division of Gaming Enforcement (DGE) begründete ihre Entscheidung kurz darauf auch, denn es gab noch Ungereimtheiten zum Black Friday.

Die Rational Group besaß zu diesem Zeitpunkt noch die Pokerräume und dann kam Amaya Gaming und kaufte alles auf. Ab dann war klar, dass der Konzern PokerStars und Full Tilt wieder in die USA bekommen will, doch dies sollte eine Weile dauern. Jetzt dürften sich Pokerspieler aus New Jersey über zwei neue Anbieter freuen und der Konkurrenzkampf gestaltet sich nun noch härter.

PokerStars und FullTilt wieder in den USA

Bald wieder Poker mit US-Beteiligung
Foto: Dutchman1887 / pixabay

Details aus der Pressemitteilung

Während in der Ankündigung hauptsächlich freudige Worte zu lesen sind, enthält sie auch ein paar interessante Details zu der Lizenzvergabe und was künftig durch die Konzession geschehen soll. Da wird bspw. von einem Eintritt in das „weltweit größte Poker-Business“ gesprochen. Das könnte in den USA wieder entstehen, insofern alle Bundesstaaten Online Poker erlauben.

In einem Statement bedankt sich David Baazov, CEO und Chairman von Amaya, für die Lizensierung durch die DGE. Er will die beliebtesten Marken, darunter PokerStars und Full Tilt, sowie innovative Technologien zur Unterhaltung seines Unternehmens einbringen. Nähere Details und Launches werden in „naher Zukunft“ bekanntgegeben.

Das Gesetz schreibt vor, dass es in New Jersey eine Partnerschaft mit einem lokalen Anbieter geben muss, damit eine Lizenz ausgestellt werden darf. Amaya hat sich hierbei für das Resorts Casino Hotel in Atlantic City entschieden, worüber Poker und Casino online zur Verfügung stehen sollen. Darüber hinaus wird es in den Bereichen B2B online und landbasierte Gaming-Lösungen für New Jersey geben.

Der erfolgreichen Lizenzvergabe für Amaya ging eine lange und intensive Befragung voraus. Neben den allgemeinem Absichten und Vorstellungen für den Markt, mussten auch mehr als 70 verantwortliche Personen viele Fragen beantworten. Damit wollte die DGE die Rechtmäßigkeit und moralische Unbedenklichkeit von PokerStars und Full Tilt prüfen.

Baazov schreibt weiter, dass einige Geschäfte im B2B-Bereich veräußert wurden, was mittlerweile 524,8 Millionen eingebracht hat. Außerdem wurde der Start des Online Casinos mit einem der größten Spielerpools begonnen und es konnten weitere Schulden in Höhe von 62 Millionen US-Dollar getilgt werden. Neue Produkte, wie bspw. die zuletzt in Europa eingeführten Sportwetten, werden schrittweise folgen.

PokerStars besitzt in der Tat die meisten aktiven Spieler und Full Tilt schafft es momentan immerhin unter die Top 10 der Pokerräume. Also zwei sehr starke Marken im Bereich Online Poker, die zusammen ungefähr 95 Millionen registrierte Nutzer vorweisen können. Mittlerweile geht es aber nicht mehr nur um Poker auf den Plattformen. Beide besitzen ein vollwertiges Online Casino, inklusive Live Dealern und bei PokerStars nun auch mit einem virtuellen Buchmacher.