Poker Wahrscheinlichkeiten verstehen: Wir erklären die Odds

Hat man auf dem Flop nichts getroffen hat oder der Meinung ist, dass jemand anderes eine bessere Hand halten könnte, dann ist es wichtig herauszufinden, wo genau man steht, wie hoch die Chance steht, ein besseres Blatt zu erhalten. Mit der Hilfe von Poker Odds und Outs lässt sich eben genau dies ohne Probleme errechnen. Zudem erfährt man, ob man besser einen Call, einen Fold oder ein Raise ausführen sollte. Es ist daher sehr wichtig, die eigene Strategie an den Poker Wahrscheinlichkeiten anzupassen.

  • Odds und Outs helfen bei der Entscheidung Call, Fold oder Raise
  • Strategie richtet sich nach Wahrscheinlichkeiten
  • Man findet heraus, wo man in einer Hand genau steht
  • Die Karten der Gegner sind dabei unwichtig

Pot Odds – Die Poker Wahrscheinlichkeiten in der Kurz-Erklärung

Die sogenannten Pot Odds sind nichts anderes, als das Verhältnis zwischen der Höhe des Pot und dem zu bringenden Einsatz. Spielt zum Beispiel einer der Spieler eine Pot Bet, also eine Bet, die genauso hoch ist, wie der momentan im Pot befindliche Betrag, dann haben die Pot Odds einen Wert von 2.

(Pot + Bet der Gegner) / potentieller eigener Call = Pot Odds

(5 Dollar + 5 Dollar) / 5 Dollar = 2

Setzen wir also die 5 Dollar, bekommen wir für unseren Einsatz voraussichtlich das Doppelte zurück. Das entspricht Pot Odds von 2 zu 1. Wollen wir also auf Dauer gewinnen, müssten wir für einen Call mindestens eine Gewinnerwartung von 33 Prozent besitzen. Wie diese Zahl zustande kommt, wird unter Outs und Odds erklärt.

Anmerkung: Je größer die Pot Odds, desto kleiner die benötigte Gewinnerwartung

Beispiel: Im Pot sind 180 Dollar. Ein Spieler setzt nun 60 Dollar in diesen Pot. Wir benötigen nun mindestens 20 Prozent Gewinnchance, um einen Call bei dieser Konstellation mathematisch korrekt zu machen.

(120 + 60) / 60 = 4

Da wir für unsere gesetzten 60 Dollar ganze 240 Dollar gewinnen würden, steht das Verhältnis bei 4 zu 1. Wir halten somit einen von insgesamt fünf Teilen, in welche wir den Gesamtbetrag geteilt haben. Unsere benötigte Chance liegt somit bei einem 4 zu 1, bzw. einem Fünftel oder auch 20 Prozent.

Odds und Outs – Woher weiß ich, wie meine Hand steht?

Es ist zwar schön zu wissen, wie viel Prozent Gewinn-Wahrscheinlichkeit wir für einen Call brauchen, doch woher weiß ich, wie viel Prozent ich momentan habe? Hierfür gibt es die sogenannten Outs, welche ab dem Flop errechnet werden können. Dabei interessieren uns nur die Karten, die wir bereits kennen – unsere Karten, der Flop (gegebenenfalls auch Turn), sowie die versehentlich aufgedeckten Karten unserer Gegner.

Halten wir zum Beispiel 9 Karo und 10 Karo und das Board zeigt 4 Herz, 7 Karo und 8 Karo, dann haben wir die folgenden Karten, um unser Blatt zu verbessern:

9 Karten (übrigen Karo-Karten zum Flush bzw. Straight Flush)
+ 6 Karten für eine Straight (vier 6en + vier Buben abzgl.: 6 Kreuz und Bube Kreuz)
+ 6 Karten für das High Pair
===========
21 Outs

Um nun zu errechnen, wie unsere Poker Wahrscheinlichkeit aussieht, geht es wie folgt weiter: Wir kennen unsere beiden Karten und die drei Karten des Flops – 47 Karten sind uns also noch unbekannt. Von den oben genannten Outs sind nur 9 gut, denn die übrigen 12 bringen uns nicht die bestmögliche Hand. Von den 47 Karten helfen uns also 9 und 38 sind eher „nutzlos“. Jetzt müssen wir dies ins Verhältnis bringen.

38 / 9 = 4.22 zu 1

Wir werden also in 5.22 bzw. (gerundet) 5 Fällen einmal unser benötigtes Kreuz zum Flush oder Straight Flush erhalten. Unsere Gewinn-Wahrscheinlichkeit liegt somit bei circa 20 Prozent.

Beispiel in der konkreten Verwendung:

Im Pot sind 200 Dollar, ein Spieler setzt 40 und zwei weitere folden. Wir, im Cut Off, müssen nun 40 callen, um 240 Dollar gewinnen zu können. Das entspricht einem Verhältnis von 6 zu 1. Unsere Odds liegen jedoch bei 4.22 zu 1. Sind die Pot Odds höher, ist ein Call gerechtfertigt. Wir callen also.

Fazit

Die Pot Odds, Odds und Outs sind ein sehr wichtiges Thema, welches nicht vernachlässigt werden sollte. Zudem sind die Berechnungen schnell erledigt und helfen bei der Frage, was man tun sollte, ungemein. Am besten man macht vor dem ersten Spielen ein paar „Trockenübungen“ und setzt sich anschließend an den Tisch. Am besten übt es sich im Spielgeld-Bereich.

Eine Meinung zu “Poker Wahrscheinlichkeiten verstehen: Wir erklären die Odds

  1. Acar

    Einen schönen guten Tag,
    ich wollte nur anmerken das ihre Berechnung Outs und Wahrscheinlichkeit verkehrt ist. Sie haben ein Flush Draw beschrieben mit 9 Outs. Nun wollten sie diese 9 Outs zu den restlichen 47 zum Verhältniss bringen. Ihre Berechnung war: 9 Sinnvolle Karten und 38 „nutzlose“ also haben Sie 38:9= 4,22 also Verhältniss 4zu1 errechnet Die Korrekte Berechnung wäre aber 47:9=5,22 also Verhältniss 5zu1. Im weiteren Text haben sie auch mit 5zu1 weiter geschrieben nur in der Rechnung war ein kleiner Denkfehler .
    Mit freundlichen Grüßen

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