Trading & Poker: Was Trading für Pokerspieler interessant macht

Poker und Trading haben viel gemeinsam, darin sind sich Trader und Finanzmarktkritiker ausnahmsweise einig. Nicht umsonst nannte der Ex-Trader und Schriftsteller Michael Lewis seinen Bestseller über die Zeit beim Broker Salomon Brothers „Wall Street Poker“. Viele professionelle Händler sind leidenschaftliche Pokerspieler – und oft auch erfolgreiche. Greenlight Capital Gründer und Hedgefonds Manager David Einhorn soll mehr als fünf Millionen US-Dollar durch Pokern gewonnen haben. Tatsächlich gibt es eine Reihe von Gemeinsamkeiten zwischen Trading und Poker

Gemeinsamkeiten Trading Poker

  • Risiko: Beim Pokern und beim Traden lässt sich viel gewinnen – oder verlieren
  • Psychologie: Wer die anderen Teilnehmer richtig einschätzt, hat einen Vorsprung
  • Statistik: Wahrscheinlichkeiten spielen hier wie da eine große Rolle
  • Nerven: Wer sie verliert, der verliert, beim Pokern und beim Traden
  • Wettbewerb: Der Spaß am Vergleich treibt Trader und Spieler

Poker vs. Trading – Unterschiede und Gemeinsamkeiten

Trading & PokerAngebotNatürlich gibt es zwischen Pokern und dem Traden nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern auch Unterschiede. Doch die Gemeinsamkeiten überwiegen.

Risiko eingehen

Wer mit Devisen oder Differenzkontrakten handelt, der kann viel gewinnen, aber auch alles verlieren. Wie beim Pokern gilt deshalb auch beim Traden: Geld sollte nur investiert werden, wenn man dessen Verlust auch verkraftet. Rücklagen für Notfälle, das Alter oder ein Haus sollten anderweitig investiert werden. Anbieter die sichere Gewinne versprechen arbeiten meist unseriös.

Konkurrenten durchschauen

Blufft der Gegenspieler oder hat er wirklich ein gutes Blatt? Psychologie ist beim Pokern wichtig. Beim Traden sitzt man den Gegenspielern selten Auge in Auge, aber Psychologie ist nicht weniger wichtig. Wie reagieren die Anleger auf die neusten Arbeitslosenzahlen, eine Zinserhöhung oder die Wahlergebnisse in Russland? Das sind Fragen die Trader beantworten müssen. Marktbeobachter sind sich einige, dass psychologische Faktoren oft eine größere Rolle spielen als harte Wirtschaftsdaten.

Statistik doppelt wichtig

Statistik spielt beim Pokern und beim Traden eine große Rolle. Es gibt Daten, die man kennen sollte (deskriptive Statistik) und Wahrscheinlichkeiten, die man bewerten muss (induktive Statistik). Ein guter Pokerspieler sollte wissen, welche Karten noch im Spiel sind und zumindest intuitiv abschätzen können, wie gut seine Chancen sind zu gewinnen. Beim Trader sind es Charts und Wirtschaftsdaten, die man kennen muss und auch hier müssen die Erfolgswahrscheinlichkeit und das Risiko gegeneinander aufgewogen werden.

Nerven behalten

Selbst erfolgreiche Trader machen hin und wieder Verluste. Dann müssen sie nüchtern abwägen, ob sie an einen Trendwechsel glauben und die Position behalten oder sie auflösen wollen. Wer die Nerven verliert und zu früh aufgibt oder umgekehrt eine schlecht laufende Währung behält statt Verluste mutig zu realisieren, der wird selten erfolgreich sein.

Spaß am Wettbewerb

Traden ist ähnlich wie Pokern weniger eine Geldanlage als ein Freizeitvergnügen. Nach einer Untersuchung im vierten Quartal 2012 verloren über 60 Prozent der Trader in den USA Geld. Im Mittelpunkt stehen sollte vielmehr der Spaß am Wettbewerb und die Lust am Kräftemessen. Wie beim Pokern gilt beim Forex- oder CFD-Handel, dass es für jeden Gewinner einen Verlierer geben muss. Schafft man es ins Plus oder vielleicht sogar unter die Top-Trader? Diese Frage treibt gute Trader an.

Unterschiede

Natürlich gibt es bei Vergleich Poker vs. Trading auch eine Reihe von Unterschieden. Der Wettbewerb ist weniger direkt als beim Pokern. Außerdem spielen volkswirtschaftliche Überlegungen eine große Rolle. Allerdings muss man kein Experte für Wirtschaftswissenschaften sein, um erfolgreich zu traden. Der zu Beginn zitierte Michael Lewis beispielsweise studierte Kunstgeschichte. Viele Trader setzen ausschließlich auf die Interpretation der Charts, da ihrer Meinung nach alle Informationen dort enthalten sind.

Statt Poker Trading betreiben?

Wer statt zu Pokern sein Glück lieber beim Trading versuchen will, der muss sich zunächst über das richtige Finanzinstrument klar werden. Einmal stellt sich die Frage, welche Basiswerte gewählt werden sollen, beispielsweise Aktien oder Devisen. Hinzu kommt die Art des Anlageprodukts. Aktien lassen sich beispielsweise direkt kaufen oder in Form eines Differenzkontrakts (CFD) oder einer Binären Option.

 

Aktien

Aktien sind eine etablierte klassische Geldanlage. Wer langfristig sein Geld vermehren will, der findet hier gute Bedingungen. Denn anders als teilweise behauptet, ist der Handel mit Aktien kein Nullsummenspiel. Vielmehr sind Aktionäre Anteilseigner an einem Unternehmen und profitieren von dessen Erfolg, entweder in Form von Dividenden oder von Kurssteigerungen. Ein weiterer Pluspunkt ist das geringere Pleiterisiko. Aktionäre verlieren zwar ihr Geld, wenn ihr Unternehmen insolvent wird, nicht aber, wenn die Bank Pleite geht, bei der sie die Aktien lagern. Das ist bei Zertifikaten anders.

Doch wer statt Poker spielen lieber traden will, der dürfte an der langfristigen Investition in Aktien oder gar Aktienfonds wenig Gefallen finden. Bestenfalls interessant ist das sogenannte Daytrading, bei dem Positionen nur kurz gehalten und dann gleich wieder verkauft werden. Allerdings können hier vor allem bei kleinen Beträgen hohe Kosten anfallen, denn viele Broker verlangen Mindestgebühren von rund 10 Euro. Wer mit wenig Geld Aktien kurzfristig handeln will, der muss einen Broker mit niedriger Mindestgebühr finden oder auf Differenzkontrakte ausweichen.

Differenzkontrakte – CFD

Differenzkontrakte wurden in den 1980er Jahren erfunden, um die Börsenumsatzsteuer in Großbritannien zu umgehen. Statt der Aktie wird nur ein Zertifikat gehandelt, das den Inhaber an der Entwicklung einer Aktie, eines Rohstoffs oder eines Index teilhaben lässt. CFDs haben mehrere Vorteile. Weil sie außerbörslich gehandelt werden, fallen keine Börsenumsatzgebühren an, insgesamt sind die Kosten meist deutlich billiger als bei Aktien. Außerdem können Sie mit einem Hebel gehandelt werden, bei einem Hebel von 50 machen Trader beispielsweise mit einem Euro so viel Gewinn oder Verlust wie sonst mit 50 Euro. Allerdings fallen Übernachtgebühren an, wenn die Papiere bis zum nächsten Tag gehalten werden (Rollover). Sie eignen sich deshalb nicht zur langfristigen Geldanlage, sondern vor allem zu spekulativen, kurzfristigen Trading. Wie bei allen Zertifikaten gibt es außerdem ein Emittentenrisiko, das bedeutet, im Falle einer Pleite des Brokers sind auch die CFDs wertlos. Wichtig ist deshalb die Wahl eines EU-regulierten Anbieters.

Forex

Viele CFC-Broker bieten auch gleichzeitig den Handel mit den Devisen, den sogenannten Forex-Handel. Dieser ist der mit Abstand größte Finanzmarkt, weit bedeutender als der für Aktien oder Rohstoffe. Das macht auch seine Attraktivität für alle aus, die statt Poker Trading ausprobieren wollen.

Grundsätzlich funktioniert der Handel ähnlich wie der mit CFDs, allerdings ist der Hebel hier meistens höher, bei einigen Anbietern im Broker Vergleich liegt er bei 400 oder mehr. Gute Broker bieten neben den sogenannten Majors wie Euro und US-Dollar auch unbekanntere Währung, die sogenannten Minors und im Idealfall auch einige Exoten.

Binäre Optionen

Ein großer Nachteil von CFDs und Binären Optionen ist aus Sicht viele Trader die Nachschusspflicht. Denn die Verluste können hier das hinterlegte Guthaben übersteigen. Wer beispielsweise das Währungspaar Euro/US-Dollar kauft, hat bei einem Hebel von 400 bereits sein eingesetztes Geld verloren, wenn der Euro um nur 0,25 Prozent fällt. Fällt er weiter, muss Geld nachgeschossen werden. Einige Broker lösen Positionen deshalb automatisch auf, dann aber können Trader einen Umschwung verpassen.

Eine Alternative sind Binäre Optionen. Dabei wetten Trader auf steigende oder fallende Kurse. Haben sie die Entwicklung richtig vorhergesagt, erhalten sie einen bestimmten Gewinn, beispielsweise 80 Prozent der Investition, unabhängig davon ob sich der Kurs nur um Bruchteile von Cent bewegt oder große Sprünge gemacht hat. Umgekehrt ist auch der Verlust immer gleich hoch, meistens verlieren Trader die komplette Einlage, wenn die Option aus dem Geld ist, sich also nicht wie vorhergesagt bewegt hat.

Gute Binäre Optionen Broker bieten als Basiswerte sowohl Devisen als auch Aktien und Indizes.

Was man wissen sollte

BildungsangebotWer traden will, braucht einen Broker. Bei Aktien sollte im Mittelpunkt vor allem eine niedrige Gebühr stehen. Bei Forex, CFDs und Binären Optionen ist auch die Regulierung sehr wichtig, denn sonst kann das ganze Geld verloren sein, wenn der Broker pleitegeht. Ebenfalls wichtig sind eine große Auswahl an Basiswerten und eine gute Handelssoftware.

CFD- und Forex-Broker finanzieren sich oft nicht durch Gebühren, sondern durch die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskursen. Je kleiner sie ist, desto günstiger ist der Broker. Bei Brokern für Binäre Optionen zeigen die möglichen Gewinne und die Höhe der Verlustabsicherung an, wie teuer der Broker ist.

Fazit zu Trading vs. Poker

Trading und Poker haben viel gemeinsam. Wer erfolgreich sein will braucht psychologische Kenntnisse, ein Gefühl für Wahrscheinlichkeiten und natürlich auch Glück.

Anders als es unseriöse Websites teilweise behaupten ist der Handel mit CFDs, Devisen oder Binären Optionen kein einfacher Weg zu garantieren Gewinnen. Wer handeln will, sollte gute Nerven mitbringen, auch Verluste einkalkulieren und Spaß am Wettbewerb haben. Der sicherste Weg um beim Trading zu gewinnen ist nämlich die Freude am Spekulieren und Handeln. Die bleibt auch, falls man in die roten Zahlen rutscht.

Zunächst sollten Einsteiger sich die Frage stellen, was sie handeln wollen. Aktien eignen sich zum kurzfristigen Anlegen nur bedingt, sie sind aber die erste Wahl, wenn mittel- bis langfristig Geld investiert werden soll.

Forex und CFDs sind meist billiger als Aktien und bieten dank des Hebels höhere Chancen, aber auch mehr Risiken. Die Entscheidung zwischen Differenzkontrakten und Devisen lässt sich aufschieben, denn Forex-Broker bieten meist auch CFDs und umgekehrt.

Binäre Optionen sind dagegen die erste Wahl, wenn Trader sich absichern wollen, denn hier kann maximal der Einsatz verloren werden, eine Nachschusspflicht gibt es nicht.

In jedem Fall aber ist ein regulierter Broker mit günstigen Konditionen und gutem Angebot wichtig.

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